Restwärme
Radioballett/ Audio-Performance

Radioballett-Etüden im verlassenen Zigarettensaal

Was passiert, wenn ein leerstehender Industriesaal nicht nur besichtigt, sondern mit Körpern, Stimmen und Bewegung neu besetzt werden kann? Anknüpfend an den Audiowalk "Schall und Rauch", der sich bereits intensiv mit der Geschichte des Tabakquartiers beschäftigte, setzt "Restwärme" ein weiteres Schlaglicht auf diesen besonderen Ort und verschafft dem Publikum Zugang zu einem der letzten noch nicht sanierten Orte der ehemaligen Brinkmann Zigarettenfabrik. Dafür läd Katrin Bretschneider vier Gast-Künstlerinnen aus unterschiedlichen Disziplinen ein, mit ihr gemeinsam das Format „Radioballett" zu erproben: Ein Radioballett ist eine interaktive, künstlerische Form der Begegnung. Über Kopfhörer erhalten die Teilnehmenden Handlungseinladungen, denen sie individuell oder gemeinsam folgen können. So entstehen komplexe chorische oder choreografische Sequenzen, ohne dass vorher geprobt wurde. Jede Person entscheidet selbst, ob und wie sie mitmacht. Was zunächst unsichtbar und individuell beginnt, wird zu einer kraftvollen gemeinsamen Aktion: Menschen bewegen sich allein oder zusammen an diesem besonderen Ort, halten inne, beobachten, begegnen sich oder gehen eigene Wege. Dabei entsteht ein jeweils einmaliges Zusammenspiel, das weder vorhersehbar noch einstudiert ist. So wird aus dem verlassenen Zigarettensaal eine Bühne und das Publikum zu Akteur:innen.

Beteiligte Künstlerinnen sind die Musikerin Manuela Weichenrieder, die Choreografinnen Magali Sander Fett und Neus Ledesma Vidal, (TanzKollektivBremen) sowie die Sound-Designerin Ilona Marti aus Berlin.

Der Abend ist Einladung und Experiment zugleich. Gemeinsam mit dem Publikum sucht das künstlerische Team nach Restwärme: Wo einst produziert und gearbeitet wurde, entsteht für einen kurzen, flüchtigen Moment etwas Neues aus dem Alten. Die lebendigen Körper der Teilnehmenden füllen den verlassenen Saal, besetzen ihn neu, verändern seine Atmosphäre und überschreiben seine Geschichte. Aus einem Ort der industriellen Produktion wird ein Ort der kollektiven künstlerischen Begegnung.

Das Projekt ist Teil des Residenzprogramms des Zentrum für Kunst und wird gefördert vom Senator für Kultur Bremen und unterstützt vom Tabakquartier.

Termine: 28. und 29. November 2026 // 18.00 Uhr
Startpunkt: Zentrum für Kunst, Hermann-Ritter-Straße 108e, 28197 Bremen
Tickets: www.nordwest-ticket.de oder an der Abendkasse

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